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Am
Anfang stand ein Heiligenhäuschen ...
Im Jahre 1800
n. Chr. gehörte die Gemeinde Riveris neben den Orten Farschweiler,
Osburg, Thomm, Kasel, Waldrach, Morscheid und Schöndorf zum
katholischen Pfarramt Pfalzel. Dieser Amtsbezirk war zu jener Zeit
dem Dekanat Wadrill unterstellt, welches dem Erzstift Trier angehörte.
Erstmals wurde das der Pfarrei Osburg angegliederte Oratorium (Raum
zum Beten) zu Riveris im Jahre 1769 urkundlich erwähnt. Zu
dieser Zeit war die kleine Kapelle, rechts der Riveris gelegen,
ein sogenanntes Heiligenhäuschen ohne Glocke, in dem die Bürger
sich zu bestimmten Zeiten zum Rosenkranzgebet versammelten. Um den
Gottesdienst zu besuchen, mußten die Katholiken der Gemeinde
den Weg ins benachbarte Osburg auf sich nehmen.
Bei der Neuorganisation
der Pfarreien des Dekanates Trier im Jahre 1803 wurde Riveris der
Gemeinde Morscheid als Filialkapelle zugeteilt. Diese Neugliederung
hatte zur Folge, daß Morscheid Sukkursalpfarrei (Zweigstelle)
im Kanton Pfalzel wurde. Als der damalige Bischof Mannay 1805 die
Pfarrei Morscheid visitierte, war der amtierende Pfarrer Matthias
Minne (im Amt von 1778 - 1807) fest entschlossen, die verarmte Pfarrei
aufzugeben.
Also mußte
eine Lösung gefunden werden, die dem Seelsorger ein angemessenes
Entgelt sicherte. Bisher hatte sich Riveris nicht an den entsprechenden
Abgaben beteiligt, die den Unterhalt des Pfarrers gewährleisten
sollten. Allerdings dauerte es zwei Jahre, bis man sich über
die Höhe des Zusatzgehaltes geeinigt hatte. Inzwischen hatte
Pfarrer Peter Hammes (1807 - 1809) das Priesteramt übernommen.
Danach beliefen sich die Abgaben für Riveris auf je 3 Malter
Korn, Hafer und Kartoffeln (Malter = Getreidemaß, bis 1834:
1 Malter = 128 Liter, nach 1834 = 150 Liter), 30 Zentner Stroh und
20 Pfund Werg (beim Hecheln zurückbleibender Abfall von Flachs
oder Hanf: Putzmittel).
Die Stolgebühren
(Vergütung für Amtshandlungen) betrugen im Jahre 1809
für Kopulation (Trauung) 2 Reichstaler und 36 Albus (1 Albus
hat einen Wert von ca. 6 - 10 Pfennig), für die Taufe und Aussegnung
je 6 Albus, für das Begräbnis eines Kindes 18 Albus und
für das eines Erwachsenen mit Amt und drei Messen 2 Reichstaler
und 36 Albus.
Auf diese Weise
trug auch die Gemeinde Riveris ihren Teil dazu bei, die finanzielle
Situation der Pfarrei Morscheid zu verbessern. Obwohl die Dorfbewohner
nun auch weiterhin die Möglichkeit hatten an der heiligen Messe
in der Pfarrkirche teilzunehmen, wünschten sie dennoch in der
eigenen Kapelle Gottesdienste zu feiern.
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